Projekt Wirler Spitze

Die Wirler Spitze

Entlang der Wirler Spitze verwandelt die Stiftung Umwelt, Natur und Klimaschutz junge Kiefernwälder in artenreiche Heide- und Magerrasenlandschaften, ein Beitrag zur ökologischen Aufwertung des Grünen Bandes und zum Schutz wertvoller Lebensräume.

Das Gebiet

Das „Grüne Band“, die in weiten Teilen naturnah erhaltene innerdeutsche Grenze stellt einen Biotopverbund von nationaler Bedeutung dar, der großräumig wertvolle Gebiete und intensiv genutzte Agrarlandschaft verbindet bzw. durchzieht. Die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz (SUNK) des Landes Sachsen-Anhalt betreut landeseigene Flächen entlang des Grünen Bandes und veranlasst Maßnahmen, um diese ökologisch aufzuwerten.

Im Bereich der Wirler Spitze, der Grenze zwischen den Landkreisen Stendal, Altmarkkreis Salzwedel (beide Sachsen-Anhalt) und Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) wurden in den vergangenen Jahren die in den vergangenen Jahren auf dem ehemaligen Grenzstreifen aufgewachsenen jungen Kiefernwälder beseitigt um ökologisch wertvollere Heide- und Magerrasenbiotope zu entwickeln und Offenbodenstellen zu erhalten.

Biotop-Pflegemaßnahmen

Zum Erhalt und zur Entwicklung der Fläche wurden unterschiedliche Pflegemaßnahmen durchgeführt. Dazu zählen die Entnahme von Kiefern, eine Mahd der Heide und Mahdgutübertrag auf andere Flächen. Erfassungen zu Fauna und Flora finden ebenfalls regelmäßig statt.

Die Fläche des Kiefernzupfens befindet sich ca. 3-4 km nördlich der Wirler Spitze.

Bewohner:innen der Heideflächen

Das vorhandene Mosaik aus Heideflächen und Offenboden wird von zahlreichen Arten des Offenlandes und wärmeliebenden Arten bewohnt. Beispiele sind:

  • Vögel: Heidelerche, Ziegenmelker, Wiedehopf
  • Reptilien: Zauneidechse, Schlingnatter
  • Heuschrecken: Blauflügelige Ödlandschrecke
  • Hautflügler (Wildbienen, Grabwespen u.a.): Heuschreckensandwespe, Heide-Filzbiene
  • Verschiedene Tagfalter, Sandlaufkäfer und viele mehr
Blauflügelige Ödlandschrecke ©SUNK
Ziegenmelker ©SUNK
Was passiert hier?

Aktion Kiefernzupfen

Die natürliche Sukzession (Rückkehr eines zuvor zerstörten Ökosystems) hin zum Kiefernwald lässt sich auf den bis heute erhaltenen Heideflächen sehr gut beobachten. Immer wieder keimen junge Kiefern, die bei ausbleibenden Eingriffen innerhalb weniger Jahre bereits einige Meter an Höhe gewinnen und somit den Lebensraum beeinträchtigen.

Um den einzigartigen Charakter der Heideflächen zu erhalten, müssen die Kiefern in diesen Bereichen regelmäßig entfernt werden. Da das „Zupfen“ im sandigen Boden verhältnismäßig leichtfällt, wird einmal jährlich eine öffentliche, für jedermann zugängliche Kiefernzupfaktion durchgeführt.

Hintergrund

Heiden entstanden in unseren Breiten größtenteils durch das Wirken des Menschen, indem beispielsweise Flächen gerodet und beweidet wurden oder durch Fahrzeugbewegungen auf Militärübungsplätzen. Auch am ehemalige Grenzstreifen wurde aufkommende Vegetation regelmäßig von den Grenztruppen entfernt, um potentielle Fluchtversuche zu erschweren. Mit dem Rückbau der Grenzanlagen entwickelte sich auf vielen dieser sandigen Standorte Heidebestände, die wiederum bei ausbleibender Folgenutzung über die Jahre von Kiefern überwachsen wurden. Die Kiefern nehmen den Heidepflanzen mit der Zeit das Licht und erschweren zudem die Pflege/Bewirtschaftung, was langfristig zum Verlust der für viele Tierarten sehr wertvollen Heideflächen führt.

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