Der Naturerbewald Blankenburg (Harz)

Im Vergleich zu anderen Wäldern im Harz sorgt die Lage des Naturerbewaldes im Regenschatten des Harzes für vergleichsweise geringe Niederschläge. Eine abwechslungsreiche Geologie und Reliefbeschaffenheit bilden die Grundlage für unterschiedlichste Standortsbedingungen. Neben den vorrangig bewaldeten Flächen gibt es auch sehr trockene Standorte, z. B. in Form von Kalktrockenrasen auf Fels oder feuchte bis nasse Bereiche mit Bergmähwiesen und Bachtälern.
Die Waldfläche war bis in das 20. Jahrhundert hinein nie ohne menschliche Beeinflussung. Der viele Jahrhunderte existierende Bergbau wurde 1969 eingestellt. Eine reguläre forstliche Bewirtschaftung fand bis in die 2000er Jahre statt. Hauptziel des Waldmanagements heute ist der Prozessschutz. Der Naturerbewald soll künftig der natürlichen Entwicklung überlassen werden.
Aktuell liegt der Buchenanteil bei rund 60 Prozent. Ein Großteil der Waldfläche entspricht somit bereits weitestgehend der natürlicherweise vorkommenden Vegetation. Es dominieren Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwälder, kleinflächig kommen Eichen-, Schlucht- und Hangmischwälder vor. Mehr als ein Drittel der Bäume hat ein Alter von über 120 Jahren erreicht. Hervorzuheben sind mehrere Altbestände aus über 160 Jahre alten Buchen.
Lebensraum für seltene und geschützte Arten
Unser Wald ist ein Refugium für viele geschützte Arten wie z. B. Schwarzstorch, Wildkatze oder Luchs. Zahlreiche Fledermausarten finden in den historischen Bergbaustollen Unterschlupf.
Der umfangreiche Altholzbestand sowie ein hoher Totholzanteil sind v. a. für Vögel, Reptilien, Insekten aber auch Pilze und Flechten, wichtige Habitatnischen.
Touristisch von besonderer Attraktivität
Eine Besonderheit ist die zentrale Lage rund um das Schloss Blankenburg. Der Naturerbewald wird durch ein Rad- und Wanderwegenetz von einheimischen Wandernden sowie von Gästen der Blütenstadt Blankenburg besucht.
Aktivitäten im Naturerbewald Blankenburg
Fakten über den Naturerbewald
Sehenswertes im Naturerbewald
Die wunderschöne Vielfalt des Naturerbewaldes gibt es sowohl alleine als auch zusammen mit der SUNK zu entdecken!
Blankenburg - Diesen einzigartigen Wald zu erkunden kann eine besondere Erfahrung sein! Denn der Wald hat viele verschiedene Anlaufstellen zu bieten: Die Bastteiche nahe des Ortsteils Blankenburg Oesig sind Lebensraum von ganz besonderen Tieren, den kleinen Vampiren! Hier sagen sich Mopsfledermaus und Hase gute Nacht. In lauen Sommernächten kann man es sich auf den Bänken zwischen den beiden Teichen gemütlich machen und den sagenumwobenen Nachtschwärmern lauschen und sie vielleicht sogar beobachten.
Während der Bauarbeiten des Forstweges im Jahre 1909 entstand der Hanganschnitt "Hans-Cloos-Aufschluss". Das Besondere an diesem Anschnitt: Zwei unterschiedliche Ablagerungskomplexe sind zu erkennen. Zum einem Oberer Muschelkalk aus der Triaszeit von vor 235 Mio. Jahren, zum anderen kreidezeitliche Sedimente aus der Oberkreide von vor 80 Mio. Jahren.
Dr. Ehling vom Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) sowie Dr. Müller als Geschäftsführer der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien e.V. (AGG) zeichneten den Hanganschnitt "Hans-Cloos-Aufschlusses" mit der Auszeichnung "Nationaler Geotop" aus.
Die AGG führt eine Liste über „Die bedeutendsten Geotope“ von ganz Deutschland, in die jene Objekte aufgenommen werden, die durch die AGG zertifiziert wurden. Ziel ist es solche wertvollen geologischen Naturschätze als Erbe zu sichern und zu schützen sowie der Öffentlichkeit näherzubringen. Auch der Hanganschnitt "Hans-Cloos-Aufschluss" im Stiftungswald ist Teil dieser Liste.
Die Imposante
Die alte Eiche "Die Imposante" bietet einen beeindruckenden Anblick und dient vielen Wanderbegeisterten als Anlaufstelle im Naturerbewald. Vom Sportplatz Hüttenrode weiter über den Reitweg entdeckt man sie schon von Weitem. In unmittelbarer Nähe zur Informationstafel befindet sich eine der vier Stempelstellen der Harzer Wandernadel.
Ihre Ansprechpersonen

Ulrich Jabin









