Jahresrückblick 2025

Das 31. Jahr der SUNK

Herzlich willkommen zum Rückblick 2025

Das Jahr 2025 war für die SUNK erneut geprägt von engagierter Naturschutzarbeit, fundierter Umweltbildung und dem Dialog mit der Gesellschaft. Gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern konnten wir Projekte und Maßnahmen umsetzen, die sichtbar Wirkung entfalten – in der Landschaft ebenso wie bei den Menschen.

Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes, engagierten Akteurinnen und Akteuren und langjährigen Unterstützenden durften wir zahlreiche Erfolge feiern. Auch digital wuchs der Austausch weiter: Auf Instagram, YouTube oder LinkedIn entwickelte sich die SUNK-Community erneut dynamisch.

Ein Schwerpunkt lag auf unseren Veranstaltungs- und Bildungsformaten. Mit der ersten SUNK-EntdeckerKlasse wurde ein neues Angebot für junge Menschen geschaffen, ergänzt durch die SUNK-Gespräche im Großen Schloss Blankenburg sowie die beliebten öffentlichen Wanderungen im Naturerbewald Blankenburg und entlang des Grünen Bandes Sachsen-Anhalt.

Auch im Jahr 2025 waren die Naturschutzmaßnahmen ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit – und sie zeigten sichtbare Wirkung. Im Naturerbewald Blankenburg kehrte erfreulicherweise das Schwarzstorchpaar zurück. Für die Schlingnatter und den Feuersalamander wurde erfolgreich Nachwuchs nachgewiesen. Erstmals startete hier zudem ein systematisches Fledermausmonitoring, das wertvolle Daten für den Artenschutz liefert. Am Grünen Band bei Wülperode verwandelte die SUNK rund 4,19 Hektar Ackerland in artenreiches Grünland, um der Perlenkette der artenreichen Lebensräume ein Schmuckstück hinzuzufügen. Bei Breitenrode begann die Umsetzung für unseren ersten Natur- und Kulturpfad, der Umweltbildung und Erinnerungskultur auf anschauliche Weise miteinander verbindet.

Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung des Umweltpreises Sachsen-Anhalt. Mit insgesamt 30.000 Euro Preisgeld wurden erneut herausragende Projekte ausgezeichnet. Darüber hinaus unterstützte die Stiftung landesweit zahlreiche Förderprojekte zur Stärkung der biologischen Vielfalt.

Nicht zuletzt prägten die Teilnehmenden des Ökologischen Bundesfreiwilligendienstes (ÖBFD) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) das Jahr 2025 mit ihrem Engagement und ihrem Blick in die Zukunft.

Dankbar für ein ereignisreiches 31. Stiftungsjahr laden wir Sie ein, mit uns die Höhepunkte des Jahres 2025 zu entdecken. Viel Freude beim Lesen!

3. SUNK-Gespräch

Klimafreundliches Bauen trat in den Fokus. Unter dem Titel „Holzbau – die Lösung aus der Klimakrise?“ verdeutlichte Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, das Potenzial von Holz als CO₂-speicherndem Baustoff für eine zukunftsfähige Baukultur.

Fachleute aus Wissenschaft, Architektur, Forstwirtschaft und Industrie diskutierten die Umsetzungsmöglichkeiten in Sachsen-Anhalt, darunter die Nutzung heimischer Wälder, regionale Wertschöpfungsketten und praktische Bauplanung, und waren sich einig: Nachhaltiger Holzbau kann einen entscheidenden Beitrag zur Bauwende und zur Erreichung der Klimaziele leisten. Das große Interesse des Publikums unterstrich die Bedeutung der SUNK-Gespräche als Forum für fachlichen Austausch und neue Impulse für wirksamen Klimaschutz.

Premerie der SUNK-PIEP-SHOW

2025 gibt es erfreuliche Nachrichten aus dem Naturerbewald Blankenburg: Das Schwarzstorch-Paar ist zurück und hat seinen neu errichteten Horst erfolgreich angenommen. Nachdem die frühere Brutstätte abgestürzt war, wurde im selben Altbaum eine neue Nisthilfe installiert. Erstmals ermöglicht eine Wildkamera störungsfreie Einblicke in das Brutgeschehen. Die Aufnahmen werden im Rahmen der SUNK-PIEP-SHOW auf dem Instagram-Kanal der SUNK geteilt und machen den Schutz dieser seltenen und scheuen Waldart für viele Naturinteressierte erlebbar.

6 Schulklassen, 1 Mission: Naturschutz verstehen und erleben

Dank des neuen Formats SUNK-EntdeckerKlasse erkundeten auch 2025 Schülerinnen und Schüler die Lebensräume des Nationalen Naturerbes und setzten sich aktiv mit Naturschutzmaßnahmen auseinander – vom Beobachten heimischer Arten bis zur Mitgestaltung von Lebensräumen.

Das Gymnasium „Am Thie“ und die Grundschule „An der Teufelsmauer“ erforschten den Naturerbewald Blankenburg, während die Jeetzel-Oberschule Lüchow, die Grundschule Winnigstedt und die Förderschule „Unterm Regenbogen“ aus Salzwedel das Grüne Band erkundeten. Unter fachlicher Begleitung der SUNK erlebten die Teilnehmenden Wandertage, auf denen sie die Landschaften entdeckten, ökologische Zusammenhänge kennenlernten und die Bedeutung des Naturschutzes direkt erfuhren.

8 Wanderungen durch das Nationale Naturerbe

Auch 2025 lud die SUNK zu geführten Wanderungen und Radtouren im Naturerbewald Blankenburg sowie entlang des Grünen Bandes Sachsen-Anhalt ein. Im Frühjahr standen das Erwachen der Natur, die Einweihung der neuen Infotafeln und besondere Einblicke in die SUNK-Projekte im Mittelpunkt. Die Touren im Sommer und Herbst führten durch ehemalige Grenzräume und boten anschauliche Informationen zu Monitoring, Renaturierungsmaßnahmen und dem Nationalen Naturerbe.

Umweltpreis Sachsen-Anhalt

Zum 29. Mal wurde der Umweltpreis Sachsen-Anhalt feierlich verliehen – in diesem Jahr unter dem Motto „Für den Klimaschutz!“. Insgesamt 30.000 Euro Preisgeld wurden an herausragende Projekte vergeben, die sich in besonderer Weise für den Schutz des Klimas und die Förderung nachhaltiger Ideen engagieren.

Der erste Platz mit 15.000€ Preisgeld ging an die „bunte butze GmbH“ mit dem ersten CO₂-freien Mehrfamilienhaus in Magdeburg. Der zweite Platz wurde von der Freiwilligen-Agentur Halle (Saale) e.V. mit der Vernetzungsplattform „Klima engagiert in Halle“ belegt. Der 3. Platz wurde an das Projekt „Arten-, Biotop- und Klimaschutz auf naturnaher Ganzjahresweide am Hägebach“ des Nabu Barleben e.V. verliehen. Mehr Infos zum Sonderpreis und den Ehrenpreistragenden sowie alle Gewinnerinnen und Gewinner der Vorjahre finden Sie unter dem folgenden Link.

Das war der Umweltpreis 2025

Monitoring

im Naturerbewald Blankenburg

Der Naturerbewald Blankenburg wurde wieder intensiv untersucht, um den Artenschutz weiter voranzutreiben:

Vogelmonitoring

Das Monitoring seltener Brutvogelarten wie Spechte und Kleineulen wurde entlang der festgelegten Routen fortgesetzt. Dabei konnten fast alle Zielarten nachgewiesen werden – lediglich der Raufußkauz blieb aus. Entlang der südlichen Stromtrasse zeigten die Erfassungen häufiger Brutvögel, wie wichtig die halboffenen Lebensräume für Arten wie Neuntöter, Heckenbraunelle und Dorngrasmücke sind. In einzelnen Bereichen ergeben sich zudem Möglichkeiten für weitere Verbesserungen.

Fledermausmonitoring

Über den Sommer wurden in verschiedenen Waldbereichen akustische Fledermauserfassungen durchgeführt, um Hinweise auf vorkommende Arten und ihre Habitatnutzung zu erhalten. Die Auswertung der Daten wird derzeit vorbereitet und liefert künftig wertvolle Erkenntnisse.

Reptilienmonitoring

Im Süden des Gebietes wurden im Rahmen einer Bachelorarbeit mehrere Offenlandbereiche auf Reptilien untersucht. Dabei konnten Ringelnatter, Blindschleiche und Waldeidechse nachgewiesen werden. Zudem gelang in einem Bereich ein Reproduktionsnachweis der Schlingnatter.

Amphibienmonitoring

Entlang der Fließgewässer im Naturerbewald wurden Feuersalamanderlarven erfasst. In fast allen Gewässern wurden Larven gefunden, besonders in breiten, strukturreichen Bächen wie dem Goldbach. In manchen Gewässern erschwert frühes Austrocknen durch geringe Niederschläge die Entwicklung, nur ausreichend wasserführende Bereiche ermöglichen das vollständige Wachstum der Larven.

im Grünen Band

Im Grünen Band stand wieder die Beobachtung der artenreichen Offenlandflächen im Mittelpunkt. Untersuchungen zur Vegetation sowie zu Vögeln und weiteren Tierarten zeigen, wie sich die Flächen entwickeln und wo zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sind:

  • Vegetationsmonitoring: Wir haben das artenreiche Grünland bei Bühne vegetationskundlich untersucht. Durch höhere Niederschläge wuchs die Vegetation stärker, die Anzahl der Pflanzenarten blieb jedoch stabil. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Pflege des Grünlands und anderer neu umgewandelter Flächen.
  • Vogelmonitoring: Nach einem Testlauf wurde das Rebhuhn-Monitoring in diesem Jahr ausgeweitet. Auf 15 Zählstrecken wurden insgesamt 32 Tiere nachgewiesen, davon allein 13 auf der Weidefläche am Bromer Bogen. Die Ergebnisse zeigen die Bedeutung strukturreicher Offenlandflächen für diese bedrohte Art und mögliche Förderbereiche. Auch das Monitoring häufiger Brutvögel auf dem Grünland bei Bühne bestätigte die Fläche als wichtigen Lebensraum für Feldlerchen, Grauammern und Dorngrasmücken. Insgesamt wurden 25 Vogelarten registriert.
  • Sonstiges: Weitere Begehungen lieferten Hinweise auf Zauneidechsen am Schmölau, Bromer Bogen und nördlich der Wirler Spitze sowie auf Amphibien und Offenlandvögel. Die Vegetation wurde punktuell erfasst.

Beim Monitoring unterstützen?

Grünes Band

Vom Ackerland zum artenreichen Grünland

Der Lückenschluss im Biotopverbund Grünes Band wurde auch 2025 weitergeführt. In der Gemarkung Wülperode wandelte die SUNK auf rund 4,19 Hektar Ackerland artenreiches Grünland um. Ziel ist die Entwicklung einer trockenen Glatthaferwiese mit typischen Magerrasenarten. Grundlage für die Ansaat bildete regionales, zertifiziertes Wildpflanzensaatgut. Die Artenliste wurde fachlich von der Hochschule Anhalt erstellt, das passende Saatgut beschaffte die SUNK, die Ansaat erfolgte im September 2025 gemeinsam mit der bisherigen Flächenbewirtschafterin. 

Seit 2019 hat die SUNK insgesamt etwa 18 Hektar artenreiches Grünland angelegt – das entspricht rund 25 Fußballfeldern. Die Flächen bieten Insekten, Vögeln und Kleintieren Nahrung und Lebensraum. Da Magerwiesen in Deutschland stark rückläufig sind, trägt jeder neu angelegte Hektar zum Erhalt dieser wertvollen Lebensräume bei und schließt gleichzeitig Lücken im Biotopverbund des Grünen Bandes.

Infos zum Grünen Band & Naturschutzprojekten

Entwicklung eines Natur- und Kulturpfad

Im September 2024 wurde ein Aussichts- und Beobachtungsturm zwischen Breitenrode und Grafhorst errichtet. Zur weiteren Aufwertung des touristischen Angebots und zur Förderung des Bewusstseins für Natur- und Grenzgeschichte hat die SUNK die Entwicklung eines Natur- und Kulturpfades in Auftrag gegeben. 

Der Pfad bietet interaktive Elemente wie bewegliche Holzpuzzles und ein Holz-Memory, die spielerisch Themen wie Artenvielfalt und Grenzgeschichte vermitteln. Ergänzt werden diese Installationen durch Infotafeln mit zusätzlichen Informationen. Ein besonderes Highlight sind die Anamorphosen – Installationen, die nur aus einem bestimmten Blickwinkel ein vollständiges Bild zeigen. Sie regen die Besucher dazu an, ihre Perspektive zu wechseln und über Erinnerungskultur und Naturschutz im Grünen Band nachzudenken. 

Darüber hinaus wird die bestehende Parkmöglichkeit beim Turm zu einem offiziellen Besucherparkplatz ausgebaut, inklusive Fahrradabstellmöglichkeiten.

Maßnahmen am Grünen Band

Am Grünen Band wurden mehrere Maßnahmen umgesetzt, um Lebensräume zu verbessern und die Artenvielfalt zu fördern:

Neue Brut- und Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen

Insgesamt wurden 90 Nistkästen an verschiedenen Standorten installiert. Da die meisten Bäume am Grenzstreifen noch jung sind, bieten die künstlichen Nisthöhlen wertvolle Brut- und Übernachtungsmöglichkeiten für Höhlenbrüter und Fledermäuse. Kontrollen im Herbst zeigten, dass viele Kästen genutzt werden.

Heimische Artenvielfalt gestärkt — Spätblühende Traubenkirsche entfernt

Am Bromer Bogen wurde die invasive Spätblühende Traubenkirsche konsequent entfernt. Nachdem frühere Maßnahmen wie Verschneiden und Beweidung keinen Erfolg zeigten, wurden die Pflanzen samt Wurzeln beseitigt. Ob diese Methode künftig auf andere Flächen übertragen werden kann, wird im Laufe des Jahres 2026 geprüft.

Rückzugsraum für Agrararten erweitert

In der Gemarkung Lüttgenrode wurde eine kleinräumige Hecke aus Weißdorn und Roter Heckenkirsche angelegt. Sie ergänzt den Bestand und soll langfristig dichtenRückzugsraum für Arten der Agrarlandschaft wie Feldhase und Rebhuhn bieten.

Naturerbewald Blankenburg

Maßnahmen im Stiftungswald

Mit gezielten Maßnahmen förderte die SUNK im Naturerbewald erneut die Erhaltung von Lebensräumen und Artenvielfalt.

Renaturierung Sägemühlenteich

Erste Vorbereitungen für die geplante Entschlammung des Sägemühlenteichs sind erfolgt. Der Damm des Teiches war undicht und wurde daher mit Steinpackungen stabilisiert. Ziel der Entschlammung ist es, den Amphibien und der Teichmuschel bessere Lebensbedingungen zu schaffen.

Wiesenpflege: Lebensräume erhalten und Artenvielfalt gestärkt

Im Naturerbewald ließ die SUNK insgesamt neun Offenlandflächen mit rund 7,5 Hektar regelmäßig mähen, um die Wiesen zu erhalten. Einzelne Bereiche blieben als Altgras- und Blühstreifen stehen, um Insekten, Reptilien und Kleintieren Rückzugsräume sowie Überwinterungsmöglichkeiten zu bieten. Mehrere Standorte dienten zudem im Rahmen einer Bachelorarbeit als Untersuchungsflächen für das Vorkommen von Reptilien.

Wegepflege und Wegeinstandsetzung: Sicherheit und Zugänglichkeit verbessert

Im Naturerbewald Blankenburg gibt es offizielle Rettungswege, die mit Fahrzeugen passierbar sein müssen. Daher fanden Instandsetzungsmaßnahmen der Wege statt, um eine entsprechende Infrastruktur für Rettungsdienste zu gewährleisten. Davon profitieren auch Waldbesucher.

Verkehrssicherheit: durch Trockenheit vermehrt Maßnahmen notwendig

Auch im Naturerbewald zeigt die Trockenheit Auswirkungen – besonders durch Trockenschäden an den alten Buchen. Daher überprüft die SUNK regelmäßig die Verkehrssicherheit an den hochfrequentierten Wanderwegen. Abgestorbene Bäume und ungünstig hängende tote Äste werden so weit wie nötig entnommen. Im Sinne des Naturschutzes bleiben oft Baumstämme so hoch wie möglich erhalten.

Touristische Infrastruktur: Orientierung verbessert und Rastplätze geschaffen

Um das Naturerleben zu fördern, optimierte die SUNK die touristische Infrastruktur. An den Haupteingängen wurden neue Infotafeln zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt aufgestellt, die zusätzlich Orientierungskarten zu den Sehenswürdigkeiten im Wald zeigen. Ergänzend richtete die SUNK drei überdachte Sitzgelegenheiten ein, die Wandernden Rastplätze und die Möglichkeit zum Verweilen inmitten der Natur bieten.

 

Die SUNK-Projektförderung

60 geförderte Projekte für den Umwelt- und Naturschutz

Das Jahr 2025 war geprägt von einer hohen Nachfrage nach Unterstützung für Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen. Über 60 Projekte erhielten eine Förderung und ermöglichten zahlreiche Maßnahmen vor Ort. Neben Naturschutzorganisationen und Kommunen nutzten auch Vereine und Privatpersonen – viele auch erstmals – das Förderangebot der Stiftung. Da die Förderung keine Mindestfördersumme vorsieht, konnten auch kleinere Projekte umgesetzt werden, wie etwa die Erweiterung des Kräuterangebots im Teegarten der Urbanen Farm Dessau-Roßlau oder die Anbringung von Nistkästen im Rahmen eines Clean-up Days in Calbe/Saale

Insgesamt wurde die Pflanzung von rund 250 Bäumen, fast 3.500 Sträuchern und etwa 13.000 Frühjahrsblühern gefördert.

Beispiele geförderter Projekte

Artenvielfalt im Garten der Uni-Klinik Halle

Unter dem Motto „Gemeinschaft fördern, zusammen ökologische Lebensräume schaffen“ gestalteten Mitarbeitende der Universitätsmedizin Halle gemeinsam mit Anwohnerinnen und Anwohnern den Klinikgarten naturnah um. Bei Pflanzaktionen im Frühjahr und Herbst wurde die denkmalgeschützte Parkanlage aufgewertet und als Erholungsraum für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Mitarbeitende weiterentwickelt. Das Projekt wurde mit 8.645 Euro gefördert.

Sanierung des Storchenhorstes an der Kirche Dobbrun

Die Evangelische Kirchengemeinde Dobbrun sanierte den bestehenden Storchenhorst an der Kirche erfolgreich. Der Horst wurde unmittelbar wieder angenommen, und im Förderjahr konnten drei gesunde Jungstörche aufgezogen werden. Die Maßnahme wurde mit 11.155,85 Euro gefördert. 

SUNK-Box 2025: Lebensräume für Fledermäuse schaffen

Nach zahlreichen Rückfragen zu den SUNK-Boxen der vergangenen Jahre erfreute sich auch die fünfte Auflage 2025 großer Nachfrage. Entsprechend legte die SUNK die SUNK-Box erneut auf – diesmal mit einem klaren naturschutzfachlichen Schwerpunkt auf dem Schutz heimischer Fledermäuse. Insgesamt wurden 31 Boxen verschickt. Sie enthielten eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl aus Stauden, Saatgut und einem Gehölz, mit denen sich gezielt Lebensräume für nachtaktive Insekten gestalten lassen – die wichtigste Nahrungsgrundlage für Fledermäuse.

Die fünfte Auflage der SUNK-Box ermöglichte es, auf einer Fläche von etwa fünf bis sieben Quadratmetern ein naturnahes Beet anzulegen, das Insekten auch in den Abend- und Nachtstunden anzieht. Ergänzt wurde das Pflanzmaterial durch ein Sachbuch mit praktischen Hinweisen zur Gestaltung fledermausfreundlicher Jagdreviere.

Der thematische Fokus war von hoher Bedeutung: Alle 26 heimischen Fledermausarten gelten als bedroht. Der Verlust strukturreicher Landschaften und geeigneter Jagdgebiete erschwert ihre Nahrungssuche zunehmend. Dabei vertilgen Fledermäuse pro Nacht bis an die Hälfte ihres Körpergewichts an Insekten. Naturnah gestaltete Gärten und Grünflächen können daher einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser besonderen Tiergruppe leisten – ein Ansatz, den die SUNK-Box 2025 anschaulich und praxisnah unterstützte.

Freiwilligendienste

FÖJ – Freiwilliges Ökologisches Jahr

Landesaktionstag 

Beim FÖJ-Landesaktionstag der Träger SUNK und ijgd kamen rund 40 Freiwillige am Schloss Blankenburg zusammen, um Douglasien zu entnehmen, da die Douglasie die naturschutzfachlich so wertvolle Traubeneiche verdrängt. Viele streng geschützte Arten sind auf die Eiche angewiesen, wie beispielsweise der Hirschkäfer und der Eremit. Staatssekretär des Landesumweltministeriums Dr. Steffen Eichner sowie Vertretende von Landtagsfraktionen nutzten die Gelegenheit, um sich über das FÖJ zu informieren und in den persönlichen Austausch mit den Freiwilligen zu treten. 

Müllsammelaktion 

Neben dem Einsatz im Naturerbewald organisierten die Freiwilligen eine Müllsammelaktion im Stadtpark Magdeburg. Mehr als 20 Teilnehmende sammelten unter anderem zahlreiche Zigarettenstummel. Die städtische Abfallwirtschaft stellte Arbeitshilfen zur Verfügung und entsorgte am Ende mehrere volle Müllsäcke sowie einen Autokindersitz. 

Neustart im September 

Am 1. September startete das neue Freiwilligenjahr mit 40 jungen Menschen in 36 Einsatzstellen von der Altmark bis nach Zeitz und vom Brocken bis zum Wörlitzer Park. Die Freiwilligen sind in der Landschaftspflege, im Naturschutz, in der Umweltbildung, auf biologischen Höfen, in Forschungseinrichtungen und in Naturschutzverbänden aktiv. 

Mehr Infos zum FÖJ

ÖBFD – Ökologischer Bundesfreiwilligendienst

Neue Freiwillige – das Interesse wächst 

2025 stieg die Zahl der Freiwilligen erneut an mit monatlich fünf bis neun Teilnehmenden. In diesem Jahr haben zwei Freiwillige in ihrer Einsatzstelle erneut einen Freiwilligendienst begonnen. Denn fünf Jahre nach Abschluss des Bundesfreiwilligendienstes können ehemalige Teilnehmende ihren Dienst erneut absolvieren. So nutzte eine junge Frau, die mit ihren zwei kleinen Kindern durch den Ukrainekrieg nach Magdeburg gekommen war, den ÖBFD, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und sich beruflich neu zu orientieren. 

Bildungstage 

Im Sommerhalbjahr fanden die Bildungstage überwiegend an der frischen Luft statt. Es gab Exkursionen nach Halle, zum NaturGut Cörmigk, in den Harz und in den Naturerbewald Blankenburg. In den kühleren Wintermonaten standen Themen wie Wolf, Kräuter und Pilze auf dem Programm, zudem wurden gemeinsame Filzaktionen durchgeführt. 

4-Länderfortbildung 

Im Oktober 2025 war Sachsen-Anhalt turnusgemäß Gastgeber der 4-Länderfortbildung. Gemeinsam mit den Kolleginnen der ijgd organisierten die Freiwilligendienste der SUNK eine zweitägige Fortbildung in Magdeburg zum pädagogischen Austausch und Wissenszuwachs. Die Themenschwerpunkte waren unter anderem: psychische Herausforderungen der Teilnehmenden, Reflexionsmethoden in der Praxis, digitale Kompetenz („Digital Awareness“) und das Naturschutzthema „Der Wolf in Sachsen-Anhalt“. An der Tagung nahmen 40 Kolleginnen und Kollegen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern teil.

Mehr Infos zum ÖBFD