Rückblick 2023

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Baumspenden und Pflanzaktionen

Das 29. Jahr der SUNK

Herzlich willkommen zum Jahresrückblick 2023

Auch das 29. Jahr der SUNK war pickepackevoll mit Naturschutzmaßnahmen, Aktionen, Projekten, Veranstaltungen und großen wie kleinen Meilensteinen.

Dabei sind unsere engsten Verbündeten immer die Menschen dieses Bundeslandes. So knackte der Instagram-Kanal der SUNK zum Beispiel die 1.000-Follower:innen-Marke und wächst weiter.

In diesem digitalen Rückblick wird aber vor allem über die vielen Veranstaltungen berichtet, die die SUNK entweder selbst ausgerichtet hat oder bereichern durfte. Dazu gehören zuvorderst die öffentlichen Wanderungen im Naturerbewald Blankenburg und auf den SUNK-Flächen im Grünen Band, die viele Naturbegeisterte anzogen.

Außerdem wurden wieder zahlreiche Naturschutzmaßnahmen im Natuerebwald und im Grünen Band umgesetzt.

Ebenso gilt es von Höhepunkten der Freiwilligendienste ÖBFD (Ökologischer Bundesfreiwilligendienst) und FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) zu berichten.

Ein weiteres Highlight war wie in jedem Jahr die Verleihung des Umweltpreises Sachsen-Anhalt, bei dem beeindruckende Projekte und Initiativen gewürdigt wurden unsinsgesamt 20.000 Euro Preisgeld erhielten.

Zusätzlich wird über die vielfältigen Förderprojekte berichtet, die die SUNK im ganzen Bundesland unterstützen durfte.

Für erfolgreichen Naturschutz will die Natur gekannt werden. Unsere umfangreichen Monitoring-Projekte müssen daher natürlich auch erwähnt werden.

Viel Spaß also bei diesem Kurztrip durch die SUNK-Welt des Jahres 2023!

Umweltpreis Sachsen-Anhalt

Am 19. Juli verlieh sie SUNK im Kulturzentrum Moritzhof in Magdeburg den Umweltpreis Sachsen-Anhalt 2023. Der Preis wurde in diesem Jahr ausgelobt unter dem Motto „Umwelt-Visionär:innen gesucht – Innovativ für die Umwelt“. Der erste Platz ging an Paul Goldschmidt mit dem Projekt „OSAMD – Quelloffene Luftqualitätsmessung für Innenräume zum Energiesparen und MINT-Lernen“.

Hier geht es zu den Preistragenden 2023

Monitoring

Die Erfassung von Tier- und Pflanzenarten auf den Flächen der Stiftung erfolgt zum einen durch beauftragte Kartierungen, aber auch mittels eigens durchgeführter Monitorings. Externe Dienstleister erfassten 2023 am Bromer Bogen die Biotoptypen, außerdem wurde an der Wirler Spitze die Vegetation und dabei schwerpunktmäßig der Zustand der Heide kartiert.  Im Naturerbewald wurde zudem eine Makrozoobenthos-Untersuchung im Umfeld von gewässerbaulichen Maßnahmen im Silberborn und Teufelsbach durchgeführt. 

Auf Grundlage der Konzepte des “Netzwerk Nationales Naturerbe“ setzen die Mitarbeitenden der Stiftung auch eigenständig Kartierungen um. So wurde im vergangenen Jahr wieder an drei Standorten ein Tagfaltermonitoring durchgeführt. Im Naturerbewald begann im Herbst das Waldmonitoring zur Erfassung des Ist-Zustandes innerhalb ausgewählter Flächen im Wald. Auch ein Specht-Monitoring wurde dort erstmals realisiert. Im Rahmen dieses Testlaufes südlich des Ziegenkopfes konnten alle gesuchten Arten (Grauspecht, Kleinspecht, Mittelspecht, Schwarzspecht) nachgewiesen werden, was für die besondere Habitatqualität des untersuchten Waldabschnittes spricht. In Zukunft soll dieses Konzept noch an anderen Bereichen des Waldes Anwendung finden.

Weitere allgemeine Informationen zum Monitoring auf Flächen des Nationalen Naturerbes finden sich hier:  www.naturschutzflaechen.de/nne-monitoring

Grünes Band

Trittstein zur Vernetzung von Feuchtlebensräumen

Nahe Arendsee im Nationalen Naturmonument (NNM) Grünes Band (Altmarkkreis Salzwedel) wurde Ende 2022 ein Feuchtbiotop angelegt. Ziel ist zum einen, die Vernetzung mit bereits vorhandenen Kleingewässern im Gebiet und zum anderen die Ablenkung von (größeren) Wassermengen aus dem angrenzenden Ziemendorfer Laufgraben bei Starkregen. Im Laufe des Jahres war so die ausgebaggerte Kuhle immer wieder mit mehr oder weniger Wasser gefüllt. Das Angebot nutzten auch die Wildtiere gern und ausgiebig. Künftig sind hier hoffentlich auch Amphibien, Reptilien und Insekten am Gewässer anzutreffen.

 

Infos zum Grünen Band & Naturschutzprojekten

Entwicklungen auf der Weidefläche bei Wendischbrome

Auf der Stiftungsfläche nahe Wendischbrome (Altmarkkreis Salzwedel) hat sich auch in 2023 einiges getan. Die robusten Galloway-Angus-Rinder beweideten wieder fleißig die beiden Teilflächen und rückten den aufkommenden Sträuchern und dem Grasaufwuchs zu Leibe. So entstand ein kleinflächiges Mosaik aus Offenlandlebensräumen und strukturreichen Hecken- und Baumbeständen, das für viele Tier- und Pflanzenarten besonders wertvoll ist. Ergänzt wurde die Weidefläche im Frühjahr durch einen Steinhaufen, in den ein Wiedehopf-Nistkasten eingearbeitet wurde. Im Zuge der Flächenarbeiten sind außerdem die beiden vom BUND angelegten Folienteiche gepflegt worden.

Leider bleibt auch in den kommenden Jahren die aus Nordamerika eingeschleppte Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) ein Thema. kümmern müssen. In den vergangenen Jahren wurde bei vielen der älteren Exemplare die Rinde in einem mehreren Zentimeter breiten Streifen entfernt. Das als „Ringelung“ bezeichnete Vorgehen unterbricht die Nährstoffversorgung zur Baumkrone und schwächt den Baum. Zwar sterben die geringelten Individuen allmählich ab, auf den Bereichen wo viele kleine Traubenkirschen komplett entnommen wurden oder nur Stümpfe verblieben sind, zeigt sich jedoch wieder das hohe Regenerationsvermögen der Art.

 

Mehr Infos zum Projekt Wendischbrome

Kiefern, Wölfe und Blühwiesen - Veranstaltungen zum Grünen Band

Pflegeeinsätze und Wolfswanderung an der Wirler Spitze

Im April und November rief die Stiftung zum Mitmachen auf! Das Kiefernzupfen fordert immer wieder viele helfende Hände. Nur so bleibt das für seltene Tier- und Pflanzenarten benötigte Offenland an der Wirler Spitze erhalten. Neben den beiden Pflegeeinsätze wurde auch die Wolfswanderung im Mai zusammen mit dem BUND durchgeführt. Die Nachtwanderung auf den Spuren der Vierbeiner erfreute sich großer Nachfrage. Das Wolfskompetenzzentrum Iden erklärte was es mit dem Wolf und seiner Ausbreitung am Grünen Band auf sich hat.

Blühwiesen-Wanderung zum Kleinen Fallstein

Am 21. Juni ging es auf Wanderung in den Harz. Zwischen Osterwick und Hornburg wandelte die SUNK in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Hochschule Anhalt eine Ackerfläche in eine artenreiche Blühwiese um. Diese bot den Ausgangspunkt für die vier Kilometer Wanderung. Richtung Kleiner Fallstein besichtigten die Teilnehmenden die Magerrasenpflege der Stiftung und bestiegen den ehemaligen Grenztrum bei Rhoden.

Multimediales Wanderabenteuer bei Abbenrode

Auf der sechs Kilometer langen Route entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze tauchten die Wanderfreunde in die Tier- und Pflanzenwelt vor Ort ein. Über 50 Teilnehmende erkundeten mit der SUNK die Flora und Fauna der Region und erfuhren alles zum Erhalt und zur Pflege des Nationalen Naturmonumentes (NNM) Grünes Band - Vom Todesstreifen zur Lebenslinie. Auch in diesem Jahr sorgte der Heimat- und Grenzverein Abbenrode wieder für die historisch bedeutsamen Rückblicke und emotionalen Geschichten zum einstigen Grenzübergang.

Vortragsabend im Zoo Magdeburg

Erstmalig bot die SUNK im Rahmen einer etablierten Veranstaltungreihe des Zoologischen Garten Magdeburg einen Vortrag zum Grünen Band Sachsen-Anhalt. Neben der Vorstellung des einzigartigen Biotopverbundes, erhielten die Gäste Einblicke zur Artenvielfalt, dem Schutzstatus sowie der Projekte und Pflegemaßnahmen der SUNK.

Naturerbewald Blankenburg

Maßnahmen im Naturerbewald

Wiesenpflege

Die Wiesen im Naturerbewald müssen zur dauerhaften Offenhaltung kontinuierlich gepflegt werden. (Mehr lesen...)

Weisergatter

Zu Beginn des Jahres sind 13 Gatter im Naturerbewald installiert worden. 
(Mehr lesen...)

Wiederaufforstung

Infolge von Sturm, Trockenheit und Borkenkäferbefall sind in der Vergangenheit im Naturerbewald etliche Blößen entstanden. (Mehr lesen...)

Wegbau und Wegepflege

Die einzigartige Natur soll für Waldbesuchende erlebbar gemacht und der Besucher:innenstrom gleichzeitig gelenkt werden. (Mehr lesen...)

Verkehrssicherung

Zum einen stellen wir sicher, dass vom Baumbestand keine Gefahren (mehr lesen...)

PEP – Pflege und Entwicklungsplan

Mit der Übertragung der Nationalen Naturerbe-Flächen an die SUNK gingen diverse Pflichten einher. Für Flächen, die größer als 20 Hektar sind, muss ein Pflege- und Entwicklungspläne zu erstellt werden. Da der Naturerbewald bei Blankenburg ziemlich genau 2.190 Hektar umfasst, war also ein solcher "PEP" fällig. Die im Dezember 2020 begonnene Arbeit an dem Plan wurde Anfang Oktober 2023 abgeschlossen.
Nun gilt es, die im Plan niedergeschriebenen Entwicklungsmaßnahmen umzusetzen, um so auf lange Sicht 93 Prozent der Nationalen Naturerbe-Fläche in den Prozessschutz zu überführen. Auf den restlichen 7 Prozent sollen nach wie vor Maßnahmen, wie die Pflege der Offenländer, Kleingewässer oder pflegebedürftiger Biotope erfolgen.

Um die Öffentlichkeit über die Inhalte des PEP zu informieren, haben wir zu einer Info-Veranstaltung in Blankenburg geladen. 

Wanderungen im Naturerbewald

Frühjahrswanderung

Rund 80 Wanderschuhe stapften – begleitet von einigen Pfoten – am 6. Mai durch den Naturerbewald Blankenburg.
Die jährliche Frühjahrswanderung wurde genutzt, um mit feierlichem Band-Durchschnitt eine Reihe jüngst erneuerter Wanderwege wiederzueröffnen.
Den vereinzelt knallig-farbigen Outdoor-Jacken stand der Naturerbewald, großflächlig geschmückt mit allerlei Frühblühern, in nichts nach.
Die Wandernden zückten alle paar Meter die Smartphones für Scharbockskraut, Buschwindröschen, Knoblauchrauke und viele bunte Schönheiten mehr.

SUNK-Wanderung zur Wilhelm-Raabe-Warte

Am 9. September fand wieder eine SUNK-Wanderung im Naturerbewald Blankenburg statt. 70 Wanderfreund:innen haben sich uns angeschlossen. Die sechs Kilometer lange Wanderung startete am Großen Schloss in Blankenburg und führte zur Wilhelm-Raabe-Warte, die an diesem Tag extra für die Wanderlustigen vom Harzklub geöffnet worden war. Der Aufstieg der 106 Stufen wurde bei bestem Wetter mit einer 75 km weiten Aussicht belohnt. Auf der Wanderung erfuhren die Teilnehmenden von kundigen Guides der SUNK viel Interessantes über den Naturerbewald Blankenburg und das ökologische Trassenmanagement. An der Warte angekommen, erwartete Sie ein leckerer Mittagssnack, zu dem die Stadtwerke Blankenburg einluden. Danke nochmal an dieser Stelle! Zurück ging es dann per Shuttle.

 

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Förderung

Über 50 Projekte erhielten finanzielle Unterstützung

Die Projektförderung der SUNK kam 2023 vor allem Projekten der Umweltbildung und des praktischen Natur- und Umweltschutzes zu Gute. 17 Umweltbildungsvorhaben und 33 Umwelt- und Naturschutzprojekte wurden gefördert.

 

Hier geht es zur Projektförderung

Förderung von Werkzeugen

Wer Geräte und Werkzeuge für die Umsetzung von Umwelt- und Naturschutzprojekten benötigte, der rannte im September bei der Stiftung offene Türen ein. Erstmalig konnten  Fördermittel für technische Bedarfe beantragt werden und das wurde auch wahrgenommen.  Egal, ob für den Baumschnitt oder die Mahd, neben engagierten Mitwirkenden braucht es vor allem die passende Technik und geeignetes Werkzeug. Die SUNK erleichterte mit ihrer Aktion die Beschaffung des benötigten technischen Equipments und setzte somit einen Anreiz zum Anpacken und aktiv werden.

SUNK-Box für Bienen

Am 30. Januar startete die Stiftung die Aktion „SUNK-Box für Bienen“. Ein Pilot-Projekt! Mit dieser Initiative fördert die SUNK mehr Artenvielfalt in Außenflächen. Die Organisation und Finanzierung der ersten Quadratmeter winterharter und nektarreicher Stauden für Kommunen, Vereine, Schulen, KiTas und Privatpersonen dient als Initialzündung größerer Vorhaben. Die Resonanz war überwältigend und weitere Boxen sollten folgen.

SUNK-Box Frühjahrsblüher

Mit 100 weiteren Boxen gefüllt mit Frühjahrsblühern knüpfte die SUNK am 11. November an das Pilot-Projekt an. Dieses Mal hieß es: An die Frühlingszwiebeln. Fertig. Los! Die Nachfrage nach den Boxen war hoch, sodass sich die Insekten im Frühling über reichhaltige Nahrungsquellen freuen konnten. Zur Förderung der Artenvielfalt werden 2024 weitere Boxen folgen.

Freiwilligendienste

FÖJ – Freiwilliges Ökologisches Jahr

Jahrgang 2022/23 – 40 Plätze

Der FÖJ-Landesaktionstag fand in Halle am 5. Mai unter dem Motto „Frühjahrsschmutz? - Nein. FrühjahrsPUTZ dank FÖJ! statt. Die FÖJ-Teilnehmenden aus ganz Sachsen-Anhalt wollten mit einer Aufräum- und Müllsammelaktion in Halle (Saale) ein Zeichen setzen gegen den Müll und für das umweltbewusste Handeln. Über 50 FÖJ-Teilnehmende trafen sich auf der Peißnitzinsel und sammelten besonders im Uferbereich der Peißnitz jede Menge Müll. Politiker:innen waren auch vor Ort: Wolfgang Aldag, als Stadtrat- und Landtagsabgeordneter (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt (MWU), sowie die Stadträtin Frau Bredelow, Beigeordnete für Bildung und Soziales, nahmen an einem Gespräch mit den Freiwilligen teil und beantworteten viele Fragen. Ein kleines Quiz lockerte die Atmosphäre auf. Die Gäste und die Freiwilligen waren eine Stunde lang rege im Gespräch. Neben der Müllsammelaktion hatten die Freiwilligen einen Stand aufgebaut, der Passant:innen einlud, an einem Quiz rund um den Müll in Deutschland und der Welt teilzunehmen. Als Dankeschön erhielten Sie eine kleine Tüte mit Samenkugeln.

Im September 2023 begann das FÖJ 2023/24 mit 40 FÖJ-Plätzen

Im Frühjahr 2023 erklärten sich die Einsatzstellen bereit, den finanziellen Beitrag für das FÖJ aufzustocken. Dadurch konnte jeder FÖJler:in des neues Jahrgangs pro Monat 84 Euro mehr ausgezahlt werden. Insgesamt nun 350 Euro.

Mehr Infos zum FÖJ

ÖBFD – Ökologischer Bundesfreiwilligendienst

Neue Einsatzstelle

Die Gruson Gewächshäuser in Magdeburg wurden neu in die Einsatzstellenliste aufgenommen.

Erstes Ehemaligen-Treffen

Im Mai kam es – auf langjährigen Wunsch ehemaliger Freiwilliger – erstmals zu einem Treffen Ehemaliger ÖBFDler:innen im Zentrum für soziales Lernen. Mit großer Begeisterung tauschten sich aktuelle und ehemalige Freiwillige miteinander aus und verlebten einen erlebnispädagogischen Tag bei guten Gesprächen und schönem Wetter in Magdeburg. Der Wunsch nach einem erneuten Treffen entstand.

Bildungstage

Im Sommerhalbjahr fanden die Bildungstage an der frischen Luft. Es gab Exkursionen zum Hohnehof "Drei Annen Hohne", zur Vogelschutzwarte Loburg und zum Haus des Waldes in Hundisburg.

In den kühleren Wintermonaten veranstaltete die Stiftung Seminare zu den Themen Filzen, Müllvermeidung, Bienen und den Wolf.

 

Mehr Infos zum ÖBFD