Stiftungswald Blankenburg

Insgesamt rund 2.150 ha Waldflächen zwischen den Ortschaften Blankenburg, Hüttenrode, Heimburg, Cattenstedt wurden der Stiftung als Nationales Naturerbe übertragen.

Die besondere Lage im Regenschatten des Harzes schafft sehr unterschiedliche klimatische Gegebenheiten und bildet die Grundlage für die Existenz verschiedener Lebensräume. Neben den vorrangig bewaldeten Flächen gibt es auch sehr trockene Standorte, z. B. in Form von Kalktrockenrasen auf Fels oder feuchte bis nasse Bereiche mit Bergmähwiesen und Bachtälern.

Die Waldfläche war bis in das 20. Jahrhundert hinein, nie ohne menschliche Beeinflussung. Im Rahmen der forstwirtschaftlichen Nutzung wurde bis zur Wiedervereinigung, neben der Bestockung mit Fichten, auch die Buchenwaldbewirtschaftung aufrecht erhalten.

Aktuell liegt der Buchenanteil bei rund 60 % und entspricht somit bereits zum größten Teil der natürlich vorkommenden Vegetation. Es dominieren Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwälder, kleinflächig kommen Eichen-, Schlucht- und Hangmischwälder vor. Mehr als ein Drittel der Bäume hat ein Alter von über 120 Jahren erreicht. Hervorzuheben sind mehrere Altbestände aus über 160 Jahre alten Buchen, die zusammen einen Altholzblock von insgesamt 400 ha bilden.

Der Stiftungswald ist ein Refugium für viele geschützte Arten wie  z. B. Habicht, Rotmilan, Wildkatze oder Luchs. Zahlreiche Fledermausarten finden in den historischen Bergbaustollen Unterschlupf.
Der umfangreiche Altholzbestand sowie schon bereits vorhandene Totholzbereiche sind v. a. für Vögel, Reptilien, Insekten aber auch Pilzen und Flechten, wichtige Habitatnischen.

Eine weitere Besonderheit ist die zentrale Lage zwischen den Ortschaften und das damit verbundene rege Verkehrsaufkommen. Zusätzlich wird der Stiftungswald durch ein bereits bestehendes Rad- und Wanderwegenetz touristisch stark frequentiert.

Hauptziel des Waldmanagements ist der Prozessschutz und die möglichst rasche Einstellung der wirtschaftlichen Nutzung, d. h. große Teile des ehemaligen Wirtschaftwaldes sollen künftig der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Waldbereiche, die nicht der standortheimischen Baumartenzusammensetzung entsprechen, z. B. Nadelholzbestände, sollen durch sukzessive Entnahme vermindert und durch natürlich vorkommende Arten ersetzt werden.


Foto (1,2,4,5) SUNK,  Foto (5) Ralph-Thomas Ohlhoff