Landesaktionstag 2019
FÖJ schafft nachhaltige Vielfalt im Ökodorf Sieben Linden

50 Freiwillige des Freiwilligen Ökologischen Jahres arbeiteten am 14./15. Mai zwei Tage lang an handfesten Projekten im Ökodorf Sieben Linden, um Nachhaltigkeit in vielen Facetten umzusetzen.

Den diesjährigen Landesaktionstag von ijgd (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) und SUNK (Stiftung für Umwelt-, Natur und Klimaschutz) organisierten die Freiwilligen in Eigenregie und erhielten interessierte Resonanz aus der Politik. Staatssekretär Klaus Rheda (MULE), Andreas Höppner (DIE LINKE), Susann Sziborra-Seidlitz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Peter Fernitz (CDU) und der stellvertretende Landrat Matthias Baumann machten sich ein Bild von den jungen Engagierten und stellten den FÖJ-Sprecherinnen und Sprechern viele Fragen, unter anderem zur Berufsorientierung im FÖJ.

Laura Schäfer leistet ihren Freiwilligendienst beim Tierschutz Halle e.V. und betont, wie positiv sich viele Freiwillige entwickeln: "Aus meiner FÖJ-Gruppe weiß mittlerweile fast jeder, wie es nach dem FÖJ weitergeht. Und wir haben unsere Stärken und Talente entdecken können." Auf die Frage von Sabine Detzer (Landesvorsitzende der Grünen Baden-Würtemberg), ob Freiwilligendienste als Verpflichtung eingeführt werden sollten, erhält sie ein klares Nein: "Das FÖJ beruht auf dem freiwilligen Engagement und der persönlichen Motivation", so Malte Schulz (Freiwilliger in der FÖJ-Einsatzstelle Waldkindergarten Dessau).
Auf die Frage von Herrn Klaus Rheda (Staatssekretär MULE), wie die Auslastung der angebotenen FÖJ-Stellen sich darstellt, berichtet Simone Fauter (SUNK), dass sich auf die 126 geförderten FÖJ-Plätze jährlich rund 300 junge Menschen bewerben. "Die Nachfrage der jungen Menschen ist unabhängig von Bildungsabschlüssen und persönlichem Hintergrund gleichbleibend hoch, so dass die Förderung in jedem Fall dauerhaft auf dem bisherigen Niveau bleiben muss.", ergänzt Anneli Borgmann (ijgd).

In mehreren Untergruppen zeigten die Freiwilligen bei schönstem Mai-Wetter auf dem weitläufigen Ökodorf-Gelände vollen Einsatz. Sie legten eine Bienenweide und einen neuen Barfuß-Pfad an, das Stromfrei-Karussell erhielt eine Weiden-Bepflanzung, die Lernstation eine Upcycling-Sitzecke aus Holz-Resten. Außerdem sanierten die jungen Leute unter fachkundiger Anleitung von Ökodorf-Bewohnern das Teich-Biotop. Im Aerosolar-Kunstprojekt klebten sie alte Plastiktüten zu einer großflächigen Plane zusammen. Diese wird im Sommer als Mahnmal sonnenerwärmt aufsteigen. Damit wollen die Freiwilligen mit künstlerischen Mitteln ein Statement gegen die Plastikflut abgeben. Viele fleißige Hände haben sehr viel geschafft in den zwei Tagen.

Seit 1993 betreut das Ökodorf Freiwillige im FÖJ, mittlerweile haben über 150 junge Menschen für 12 bis 18 Monate ihren Beitrag geleistet und selbst etwas dabei gelernt. zum ersten Mal wird der Landesaktionstag hier ausgerichtet. Simone Britsch aus dem Vorstand ist beeindruckt: "Wir sind sehr dankbar angesichts dieser fröhlich eingebrachten Unterstützung. Hier im Ökodorf leben wir Gemeinschaft - und genau diese Freude am gemeinsamen Planen und Tun kann ich heute beim Landesaktionstag auch bei den Freiwilligen beobachten." Annika Alex machte im letzten Jahr selbst ein FÖJ in Sieben Linden. Nun wohnt sie dort und hat im direkten Anschluss eine Anstellung für ein Klimaschutzprojekt erhalten. "Das FÖJ hat mir ein tolles Sprungbrett geboten für diesen Job und meinen neuen, nachhaltigen Lebensstil. Dass ich nach dem FÖJ in Sieben Linden einsteige, das hatte ich nicht ahnen können."

Quelle: Pressemitteilung FÖJ, Foto: FÖJ